Gladbach trifft auf Wolfsburg
Borussia Mönchengladbach ist am Samstag um 15:30 zu Gast beim VfL Wolfsburg. Platz 13 trifft auf Platz 17, ein wahrer Abstiegskracher, welcher für beide Teams enorm wichtig ist. Für Gladbach ist Wolfsburg der letzte Gegner in dieser Saison, der unter einem in der Tabelle steht, und somit auch die letzte Möglichkeit, vermeintlich „einfache“ Punkte zu holen. Für Wolfsburg geht es ums blanke Überleben. Mit dem achtwertvollsten Kader der Liga am 30. Spieltag auf dem vorletzten Platz zu stehen, mit 7 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer, spricht eine sehr klare Sprache. Seit dem Hinspielsieg gegen die Fohlen konnten die Wölfe nur zwei Spiele gewinnen.
Zu wenig Offensive, zu viel Vertrauen: Ist Polanski Gladbachs Problem ?

Doch Gladbach hat keine viel bessere Quote. Man konnte nämlich ganze drei Spiele gewinnen. Ein klares Arbeitszeugnis für den noch Coach Polanski, welcher spätestens im Sommer wohl seinen Posten räumen muss. Angesichts der aktuellen Situation kamen sogar Gerüchte über eine Entlassung in der laufenden Saison auf. Von Goldpatrone hin zu nicht bundesligafähigem Trainer ging es sehr schnell für Polanski, welcher auf personeller Ebene wieder auf Robin Hack und Nathan Ngoumou setzen kann, die nach langer Verletzungspause wieder zur Verfügung stehen. Ersterer stand vergangene Woche bereits erstmals im Kader. Dafür musste Topverdiener Florian Neuhaus zu Hause bleiben. Der 29-Jährige scheint endgültig aussortiert zu sein.
Und das, obwohl die Offensive in der Rückrunde die drittungefährlichste der Liga ist. Nur Union Berlin und St. Pauli sind schwächer, welche beide allerdings berüchtigt für ihre offensiven Schwächen sind. Dieses Problem wird auch Woche für Woche von Fans & Experten herausgestellt. Da meistens auch nur zwei bis drei Offensive aufgestellt werden, ist es offensichtlich, dass oft auch einfach die Manpower in der Offensive fehlt. Eine Kritik, die sich Polanski regelmäßig gefallen lassen muss.
Aber auch an den Akteuren auf dem Feld geht diese Kritik nicht vorbei. Tabakovic ist mittlerweile knapp zwei Monate ohne Bundesliga-Treffer, aber auch Frank Honorat steht regelmäßig stark in der Kritik. Laut Polanski setzt dieser ein klares Zeichen im Training und würde die Formkrise dieser Saison selbstkritisch aufarbeiten. Ob letztendlich er oder der langsam aufkeimende Bolin startet, ist im Grunde eine 50/50-Entscheidung.
Meine Aufstellung:

Doch bei Gladbach geht es letztendlich ums Überleben, und konkret heißt das: Gladbach muss gewinnen. Tabellarisch würde man sich bei einem Sieg auf 10 Punkte zum direkten Abstieg absetzen und somit nicht mehr direkt absteigen können. Bei einem Heidenheim-Sieg kann man einen Abstand von 8 Punkten zum Relegationsplatz aufbauen, was fast gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt wäre.

Gladbach hat alles in der Hand, doch Wolfsburg bleibt unberechenbar

Bei Wolfsburg geht es aber ebenfalls um alles. Deshalb wechselte man bereits zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer. Dieter Hecking übernahm von Daniel Bauer, und letzte Woche gelang der erste Rückrundensieg gegen Union Berlin. Rein individuell ist der Kader eigentlich deutlich zu gut für die prekäre Lage der Wölfe. Doch das, was den Konzernverein einst stark gemacht hat, scheint aktuell das Problem zu sein. Keiner der Spieler scheint sich für den Verein zu interessieren und sich für ihn zu zerreißen.
Die Qualität wäre da, um Europa mitzuspielen. Wenn durch den Sieg gegen Union Berlin etwas in den Wolfsburgern geweckt wurde, wird das Spiel für Gladbach unangenehm. Trotzdem war Wolfsburg den größten Teil dieser Saison eine einsatzlose Mannschaft, welche unglaublich schwach sowohl defensiv als auch offensiv war.
Polanski hob während der Pressekonferenz heraus, dass Gladbach alles in der Hand hat. Man kann auch den Schritt weiter gehen, dass man, wenn man nächste Saison Bundesliga spielen möchte, gegen die zweitschlechteste Bundesligamannschaft nach 30 Spieltagen gewinnen muss. Wolfsburg ist die wohl am leichtesten zu brechende Mannschaft der Liga, doch auch Gladbach ist auch mal für eine Klatsche gut. Trotzdem tippe ich auf ein knappes 1:2 für Gladbach durch Castrop und Bolin.
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🖊 Autor: Mika Heerink
📷 Photo by Christof Koepsel/Getty Images
