Gladbach unter Druck: Pflichtsieg gegen Heidenheim?
Die Länderspielpause ist vorbei und durch das 3:3 im Rheinderby ist Gladbach weiterhin noch im Abstiegskampf. Da kommt der abgeschlagene Tabellenletzte als Aufgabe sehr gelegen, um die entscheidenden Punkte einzufahren. Seit dem Bundesligaaufstieg konnte man fünf der sechs Duelle gegen Heidenheim gewinnen und anders als in den letzten Jahren scheint es Frank Schmidt nicht gelungen zu sein, eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu schicken. 15 Punkte nach 28 Spieltagen bei einer -34 Tordifferenz sprechen eine klare Sprache, Heidenheim steht spirituell schon als Absteiger fest. Doch Gladbacher sind geübt, gegen genau solche Teams zu enttäuschen und als Aufbaugegner zu dienen.
Blockieren Ausfälle den Aufschwung ?

Insbesondere da der Einsatz des zuletzt überragenden Jens Castrops nach abgebrochener Länderspielpause nicht klar ist. Der Südkoreaner musste mit einer Knöchelverletzung abreisen und bis zuletzt gab der Verein keine konkrete Diagnose bekannt. Ein anderer Gewinner der letzten Wochen war Kevin Stöger. Sein Freistoßtor gegen St. Pauli brachte ihm einen erneuten Startplatz im Derby ein. Jedoch ist die Personalsituation bei Gladbach weiterhin sehr unkonstant und unübersichtlich. Die Langzeitverletzten Hack, Kleindienst und Ngoumou werden reintegriert, ohne ein konkretes Rückkehrdatum. Takai fällt ebenfalls seit Wochen aus und auch dort gibt es kein konkretes Rückkehrdatum. Reyna hingegen stand in der Länderspielpause wieder auf dem Platz und sollte Polanski wieder zur Verfügung stehen.
Somit sind insbesondere die zwei Halbraumzehner hinter Tabakovic die hauptsächlichen Konkurrenzpositionen. Mohya, Stöger, Bolin, Honorat, Machino und Reyna haben allesamt Startelfambitionen. Mohya und Honorat wären die optimale Mischung aus alt und jung, Tempo und Kreativität sowie Flanken und Abschluss. Auf außen könnte Ullrich nach einer soliden Länderspielpause wieder seine Chance kriegen, insbesondere sollte Castrop ausfallen, aber auch für den zuletzt schwachen Scally könnte der 22-Jährige in die Startelf rotieren. Somit sähe meine Aufstellung wie folgt aus:

Klare Tabellensituation vor Unklaren Wochen
Phillip Sander formulierte vor der Länderspielpause klar das Ziel, in den nächsten zwei Spielen gegen Heidenheim und Leipzig sechs Punkte zu holen. Nach nur 2 Siegen aus den letzten 11 Spielen ist das definitiv ein hoch gestecktes Ziel. Insbesondere da man die Heidenheimer nicht unterschätzen darf. Tabellarisch sowie statistisch mag die Situation klar sein, jedoch konnte man ihnen bis jetzt nie den Kampf aberkennen, lediglich die individuelle Klasse scheint diese Saison einfach zu fehlen. Frank Schmidt scheint seine Mannschaft trotzdem jede Woche mit 100% auf den Platz zu schicken, weshalb man nicht unverdient gegen Leverkusen vergangene Woche einen Punkt holen konnte. Gladbach tut sich traditionell gegen diese, spielerisch unterlegenen, aber kämpferischen Gegner oft schwer.
Trotzdem ist die Situation klar: Gladbach muss im Borussia-Park gewinnen. Durch die direkten Duelle von St. Pauli gegen Union Berlin und Hamburg gegen Augsburg sowie die harten Spiele von Wolfsburg und Bremen gegen Leverkusen und Leipzig kann Gladbach mit einem Sieg riesige Schritte aus dem Abstiegskampf machen.

Mit Mohya, Honorat & Co. hat man unbestreitbar mehr fußballerische Qualität als Heidenheim. Dass man das auf den Platz bringen kann, zeigte man beim eindeutigen Hinspielsieg. Jetzt im Borussia-Park ist ein Sieg eigentlich Formsache. Mein Tipp dementsprechend: ein 2:0 – Tore durch Mohya und Bolin, auch wenn Heidenheim es Gladbach durchaus schwer machen wird.
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🖊 Autor: Mika Heerink
📷 Photo by Alex Grimm/Getty Images
