Gladbach im Abwehr-Chaos: So blamiert sich ein Traditionsklub!

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Gladbachs Abwehr nicht bundesligatauglich

Im Doppelpass versuchte Roland Virkus den misslungenen Saisonstart von Borussia Mönchengladbach zu erklären – eine nicht ganz leichte Aufgabe, nachdem die Gladbacher im gestrigen Heimspiel bereits nach 47 Minuten mit 0:6 gegen Eintracht Frankfurt zurücklagen. Zwar bewies die Mannschaft zumindest Courage, doch die Defizite im Borussia-Park sind so groß, dass dies nicht über die schlechte Verfassung des Vereins hinwegtäuschen kann.

Im Doppelpass führte Virkus als Begründungen immer wieder die Verletzungen in der Offensive sowie die Abgänge von Plea und Itakura an. Doch der Leistungsabfall zwischen Leverkusen und Frankfurt lässt sich damit nicht erklären, schließlich lief die gleiche Startelf auf. Das Hauptproblem scheint der Geschäftsführer Sport der Fohlen ohnehin nicht einmal zu erkennen – die Defensive!

Im Sommer wurde die bereits äußerst wacklige Abwehr durch weitere Verkäufe – unter anderem von Itakura und Lainer – zusätzlich geschwächt. Nur Kevin Diks kam neu hinzu, doch der indonesische Nationalspieler kann die qualitative Lücke in der Verteidigung nicht schließen. Schon seit einigen Spielzeiten ist bekannt, dass es auf der Außenverteidigerposition an Qualität fehlt. Mit Scally, Netz und Ullrich hat man drei Außenverteidiger im Kader, die extrem mit Leistungsschwankungen zu kämpfen haben und gerade in einer Viererkette kaum bundesligatauglich wirken.

Hinzu kommt eine Innenverteidigung mit Elvedi, Chiarodia, Friedrich und Diks, denen zurzeit ebenfalls jegliche Konstanz fehlt. Über das Leistungsvermögen von Friedrich lässt sich letztlich wenig sagen, da er seit Jahren mehr oder weniger außen vor ist und seine Rolle wohl nur aufgrund eines guten Vertrags akzeptiert. Dem jungen Italiener Chiarodia fehlt noch das Bundesliga-Format, und Kevin Diks muss sich erst einmal in der Liga zurechtfinden und seine Position bei den Fohlen finden. Mit dieser Defensive ist ein Abstiegskampf nahezu vorprogrammiert.

Doch Gladbachs Geschäftsführer Sport scheint diese Problematik nicht wahrzunehmen, sondern flüchtet sich in Ausreden und verweist auf die aktuell fehlende Offensivpower, die ohne Frage durch die Ausfälle von Kleindienst, Honorat, Hack und Reyna beeinträchtigt ist. Die Hauptproblematik der letzten Jahre aber wurde im Sommer nicht angegangen – im Gegenteil: Sie hat sich noch verschärft. Im Winter muss hier personell zwingend nachgerüstet werden.

Für Borussia Mönchengladbach bleibt nun nur zu hoffen, dass in den nächsten Wochen die richtigen Maßnahmen ergriffen werden – und das kann eigentlich nur eine neue sportliche Führung sein. Angefangen im Präsidium über den Geschäftsführer Sport bis hin zur Scouting-Abteilung. Andernfalls befindet sich die Borussia auf direktem Weg in die 2. Liga.

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🖊 Autor: Jan David Busch

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