Gladbach: Führung bleibt trotz Krise im Amt!

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Gladbach verwaltet den Niedergang - IMAGO / STEINSIEK.CH

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Gladbachs Führung fest im Sattel

Laut Berichten der Bild-Zeitung sitzt die gesamte Führungsriege von Borussia Mönchengladbach fest im Sattel. Umstrukturierungen sind laut dem Boulevardblatt derzeit nicht geplant. Gerade Rouven Schröder, der aufgrund mehrerer Entscheidungen in die Kritik geraten war, steht aktuell nicht zur Disposition. Der 51-Jährige hat vor einem Jahr sein Amt bei Borussia Mönchengladbach angetreten. Die bisherige Bilanz ist durchwachsen.

Polanskis Vertragsverlängerung wirft Fragen auf

Zwar ist es dem Head of Sports gelungen, mit Eugen Polanski nach einem schlechten Saisonstart in der Saison 2025/26 die Klasse zu halten, jedoch muss man im Nachhinein eingestehen, dass bei der Personalie Polanski schlussendlich einige Fehlentscheidungen getroffen wurden. Nach einer starken Phase im November 2025 wurde Polanski nicht nur vom Interimstrainer zum Cheftrainer befördert, sondern auch mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet. Eine damals schon überraschend lange Vertragslaufzeit für einen Trainer, der gerade einmal seine ersten Schritte im Profifußball machte.

Nach der Vertragsverlängerung folgten das Pokal-Aus gegen St. Pauli und die bitteren Pleiten in der Bundesliga gegen Wolfsburg und Dortmund. In der Rückrunde geriet Borussia zunehmend in Abstiegsgefahr, konnte sich durch teilweise glückliche Punkte schlussendlich aber zumindest punktetechnisch sicher in der Liga halten. Sportlich hat man unter Polanski jedoch eher eine negative Entwicklung gesehen. Anstatt nach der Saison einen klaren Schnitt zu machen, wollte man dem 40-Jährigen eine komplette Vorbereitung mit einer völlig neuen Mannschaft zugestehen.

Kaderumbruch und Trainerwechsel ohne Erfolg

Man hat viele Spieler mit teilweise enormer Bundesligaerfahrung wie Elvedi, Reitz, Tabakovic, Engelhardt, Ngoumou, Friedrich und Reyna abgegeben und wollte diese Spieler durch kreative und kostengünstige Lösungen aus der 2. Bundesliga und dem Ausland ersetzen. Nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn musste Polanski bereits gehen. Alexander Blessin musste mitten in der Saison eine Mannschaft übernehmen, die nicht nur komplett verunsichert ist, sondern auch mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen hat und die er sich schlussendlich nicht selbst zusammenstellen durfte. Dadurch blieb der erhoffte Trainereffekt aus, und die Fohlen haben mit bisher sechs Niederlagen am Stück den schlechtesten Saisonstart der Bundesligageschichte hingelegt.

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Alexander Blessin beim Spiel von Borussia Mönchengladbach – Photo by Pau Barrena/Getty Images

Rouven Schröder muss sich an seinen Entscheidungen messen lassen

Dass sich auch Rouven Schröder an seinen Entscheidungen bezüglich Transfers, Trainer, Vertragsverlängerungen und Personal messen lassen muss, ist klar. Er hat auch bereits öffentlich eingestanden, dass er eine Mitschuld an der derzeitigen Situation trägt. Doch die Probleme dürften wohl tiefer liegen.

Man hat das Gefühl, dass der Verein seit fünf Jahren darauf hofft, mal wieder aus dem Nichts eine Überraschungssaison zu spielen, die frisches Geld in die Kassen spült. Der gewünschte Überraschungsmoment bleibt komplett aus, und nun befindet man sich mittlerweile mehr als nur in akuter Abstiegsgefahr. Nach diesem Saisonstart gilt Borussia als Abstiegskandidat Nummer eins.

Welche Strategie verfolgen Aretz und Stegemann?

Gerade die Geschäftsführung unter Markus Aretz und Dr. Stefan Stegemann steht für den Kurs „Weiter so und alte Strukturen bewahren“. Doch viele Fans stellen zu Recht die Frage: Wofür steht Borussia Mönchengladbach eigentlich noch? Oftmals werden dann Begriffe wie „Borussia-Weg“ oder „Fohlen-Weg“ in den Raum geworfen und betont, dass man auf eigene Talente setzen möchte. Doch es scheint an einer klaren Strategie zu fehlen. Dass Vereine wie Borussia Mönchengladbach auf eigene Talente setzen sollten, sollte keine Strategie sein, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Es wirkt so, als würde der Verein von Aretz und Stegemann lediglich wie eine Behörde verwaltet, um das Bewährte zu bewahren. Doch eine Idee, wo der Verein in fünf bis zehn Jahren stehen soll, gibt es zumindest für Außenstehende nicht. Das betrifft viele Bereiche.

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Stegemann und Aretz verwalten Borussia wie eine Behörde –
IMAGO / Jan Huebner

Auch bei der Vermarktung fehlt eine klare Richtung

Gladbach hat nun den Stadionnamen an das Unternehmen ista vermarktet. Doch zur gleichen Zeit lässt Hauptsponsor Reuter seinen Vertrag auslaufen und geht als Sponsor lieber wieder zurück ins zweite Glied (Co-Sponsor). Nun muss der Verein einen neuen Hauptsponsor finden, und das in einer Phase allergrößter Abstiegsgefahr. Welcher Sponsor setzt beim Pferderennen schon auf ein angeschossenes Pferd auf dem letzten Platz?

Auch vermarktungstechnisch wirkt der Verein durch die Gremien teilweise gebremst, weil man wohl lieber alte Seilschaften pflegen möchte und keine wirkliche Strategie verfolgt.

Fehlentscheidungen im Nachwuchsleistungszentrum

Gerade im Nachwuchsleistungszentrum wurden in den letzten Jahren viele Fehlentscheidungen getroffen. Talente, die man im Fohlenstall hatte, wie Noah Sternberg, Winsley Boteli oder auch El Mala, wurden teilweise nicht erkannt. Von extern wurden hingegen für teilweise viel Geld neue Talente wie Meiser, Fleck und Danfa eingekauft, die jedoch noch auf ihren richtigen Durchbruch warten, während sich die abgegebenen Talente teilweise zu Topspielern bei ihren Vereinen entwickeln.

Dass der Fohlenstall einen guten Ruf hat, ist deutschlandweit bekannt. Doch es braucht schlussendlich auch das richtige Personal, um diese Talente zu fördern und zu erkennen. Hier wurden nachweislich in den letzten Jahren viele Fehlentscheidungen im NLZ getroffen.

Gladbach braucht eine grundlegende Neuausrichtung

Nun muss man in dieser Saison alles daransetzen, noch irgendwie in der Liga zu bleiben, notfalls auch über die Relegation. Es muss noch in diesem Jahr ein Übergang geschaffen werden, um neue Personen sowohl in der Geschäftsführung als auch im Präsidium zu installieren, die für eine moderne und neue Ausrichtung des Vereins stehen. Dabei ist es egal, ob die Persönlichkeiten Stallgeruch haben oder nicht. Es geht einzig und allein um die Fachkenntnis.

Sollten Aretz, Stegemann und Bonhof weiter an ihren Ämtern kleben bleiben, blockiert das die Neuausrichtung des Vereins, unabhängig davon, ob Borussia in der ersten oder zweiten Bundesliga spielt.

Welches Leitbild erkennt ihr derzeit bei Borussia Mönchengladbach? Schreibt es in die Kommentare!

👉 Weitere News über Borussia Mönchenglabdach findet ihr auf BMG-News

🖊 Autor: Jan David Busch

📷 Photo by IMAGO / STEINSIEK.CH

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