Bonhofs Interview: Ein Offenbarungseid!

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Interview des Grauens - Copyright: Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler EP_THR

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Bonhof gibt fatales Interview

Gladbach-Präsident Rainer Bonhof hat der Rheinischen Post ein exklusives Interview gegeben und dabei auf die jüngsten Rücktrittsforderungen, unter anderem vom FPMG Supporters Club, reagiert. Ihn treffen die Vorwürfe, aber er kann aus der Kritik nicht erkennen, warum er als Präsident zurücktreten sollte. Der 74-Jährige argumentiert, er sei Borusse durch und durch und laufe nicht weg, sondern sei erst recht in einer solchen Situation für den Verein da.

Wie stark ist das Präsidium in die tägliche Arbeit eingebunden?

Laut Bonhof ist die Einschätzung innerhalb des Vereins wichtig. Dort würde man sich jeden Tag den Hintern aufreißen, um die Situation zu verbessern. Der Präsident beschreibt auch, wie stark das gesamte Präsidium tatsächlich in die tägliche Arbeit eingebunden ist. Das Präsidium ist in die großen und kleinen Themen des Vereins involviert. Als Beispiel nennt Bonhof die aktuelle Suche nach einem neuen Hauptsponsor.

Die Aufgaben des Präsidiums seien vielfältig, egal, ob es darum gehe, Entscheidungen zu treffen oder Ratschläge zu geben. Das Einzige, was das Präsidium anscheinend nicht macht, ist, in die Trainingssteuerung einzugreifen. Wer geglaubt hat, dass das Präsidium rund um Bonhof, Kraft, Kamps und Brandts nur repräsentative Aufgaben übernimmt, dürfte spätestens nach diesem Interview wissen, dass das Präsidium tief in die tägliche Arbeit eingebunden ist und wichtige Entscheidungen mitbeeinflusst.

Auch dass das Präsidium Einfluss auf die Suche und die Entscheidung über einen Hauptsponsor nimmt, kommt überraschend, da diese Entscheidung allein der Geschäftsführung und der Sponsoringabteilung obliegen sollte. Allein die Suche nach einem Hauptsponsor dürfte schon schwer genug werden, da man sich die Frage stellen muss, wer beim Pferderennen auf das angeschossene Pferd auf dem letzten Platz setzt.

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Bonhof sieht sich keiner Schuld bewusst –
IMAGO / Jan Huebner

Reicht Bonhof der Zuspruch aus dem Verein?

Laut Bonhof betonen die Leute im Verein, dass es prima sei, dass er dabei sei. Da stellt sich nur die Frage, wer den Mut hat, einem Präsidenten direkt ins Gesicht zu sagen: „Nee, du solltest eigentlich nicht mehr hier sein.“ Bonhof reicht der Zuspruch aus dem Verein. Er benötige nicht den großen Zuspruch aus der großen Welt. Auch das beschreibt erneut die Wohlfühloase Borussia Mönchengladbach, in der jeder im Amt bleiben darf und alles so bleibt, wie es ist, ohne Leistung zu zeigen.

Bonhof hält an seiner Einschätzung zu Seoane fest

Auch an seiner Aussage, dass Seoane ein „geiler Trainer“ für Borussia gewesen sei, hält der Präsident fest. Mit dem Argument, dass Seoane bereit gewesen sei, das Amt zu übernehmen, obwohl Thuram, Hofmann und Stindl den Verein verlassen hatten, und trotzdem bereit gewesen sei, diesen Weg mitzugehen, habe er Bonhof überzeugt.

Doch auch in dieser Aussage steckt überhaupt keine sportliche Analyse. Man hat es unter Seoane trotz enormer Investitionen in Spieler wie Cvancara, Honorat, Stöger, Weigl, Hack und Tim Kleindienst über zwei Jahre nicht geschafft, den Verein zu stabilisieren. Ganz im Gegenteil: Im ersten Jahr unter Seoane wäre man mit Platz 14 beinahe sogar abgestiegen. Zudem wurden teure Fehlentscheidungen wie die Vertragsverlängerung von Neuhaus und die Vertragsauflösung von Chris Kramer getroffen.

Doch diese Fakten scheint Bonhof wohl anders zu deuten. Wer in einer solchen Situation für ein Jahresgehalt von 3,2 Millionen Euro die Mannschaft trainiert, ist ein „geiler Trainer“. Bei diesem absoluten Top-Gehalt war es von Seoane eher ein „Ich kann nicht anders“, diesen Klub zu trainieren.

Bonhof lässt seine Zukunft offen

Auf die Frage, ob er erneut kandidieren werde, reagierte Bonhof ausweichend und betonte, dass er erst einmal bis März gewählt sei. Wenn man das Interview deutet, hofft Bonhof, bis März mit dem Verein in einer besseren Situation zu sein, um ein Argument dafür zu haben, weiterzumachen. Bonhof glaubt, dass man durch die Rückkehr einiger Leistungsträger zeitnah Punkte holen wird, und sieht darin den größten Hebel. Doch warum so viele Spieler verletzt sind und ob diese Frage einmal analysiert wird, bleibt natürlich offen.

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Stegemann und Aretz verwalten Borussia wie eine Behörde –
IMAGO / Jan Huebner

Bonhof verteidigt die Sommertransfers

Bonhof lässt auch keinen Zweifel daran, dass die Transfers im Sommer richtig waren, und betont, dass man außergewöhnliche Spieler aus der „zweiten Liga“ geholt habe. Zudem war man sich im Verein wohl sicher, dass Tim Kleindienst zurückkommen würde, und dass es nun ein Nackenschlag sei. In diesem Verein bleibt seit sechs Jahren nur das Prinzip Hoffnung und die Hoffnung darauf, eine Überraschungssaison zu spielen, die frisches Geld in den Verein pumpt.

Auf einen Spieler zu setzen, der ein Jahr verletzt war und dessen Comeback aufgrund neuer Verletzungen beziehungsweise Rückschläge immer wieder verschoben werden musste, ist an Dilettantismus nicht mehr zu überbieten. Bonhof betont trotzdem, dass man im Sommer die richtige Richtung eingeschlagen habe. Eine nahezu unfassbare Aussage, wenn man kurz davorsteht, in die zweite Liga abzusteigen.

Auch Polanski und die Transfers werden verteidigt

Zudem betont Bonhof, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, an Polanski festzuhalten. Hätte man das Spiel gegen Elversberg nicht verloren, wäre man jetzt in einer anderen Situation. Dass sich die Mannschaft allerdings unter Polanski bereits in der Rückrunde massiv verschlechtert und nicht weiterentwickelt hat, wird nicht betont. Teilweise werden in dem Interview auch noch die Fehltransfers von Cvancara, Ngoumou und Machino gerechtfertigt. Bei Cvancara verweist der Präsident auf seinen Start bei Borussia, bei Ngoumou auf seine Achillessehnenverletzung und bei Machino darauf, dass er zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei.

Ein Offenbarungseid ohne Selbstkritik?

Wir können nur empfehlen, das Interview bei der Rheinischen Post einmal selbst zu lesen und sich ein Bild von den Aussagen Bonhofs zu machen. Es zeigt, wie sehr das Präsidium die tägliche Arbeit am Borussia-Park mitprägt und dass keinerlei Selbstkritik und Reflexion stattfinden. Ganz nach dem Motto: Alles ist „affentittengeil“. Wenn es reicht, ein echter Borusse zu sein, um das Amt als Präsident zu rechtfertigen, dann weiß man, wie es um Borussia Mönchengladbach steht.

Dass sich im Präsidium oder in der Geschäftsführung etwas ändert, ist nach diesem Interview nahezu ausgeschlossen. Selbst im Falle eines Abstiegs dürften die Funktionäre bei Borussia davon überzeugt sein, die Richtigen zu sein. Die Hoffnungen ruhen nun allein auf der Mannschaft und dem Trainer Alexander Blessin.

Aus unserer Sicht ist dieses Interview ein Offenbarungseid und einfach nur die Hoffnung darauf, dass es besser wird, ohne jegliche Idee.

Wie habt ihr das Interview gedeutet? Schreibt es in die Kommentare!

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🖊 Autor: Jan David Busch

📷 Photo by Copyright: Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler EP_THR

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