Bonhofs Brandrede beschreibt das Problem von Borussia Mönchengladbach
Rainer Bonhof hat sich in seinem „Standpunkt“ auf der offiziellen Website von Borussia Mönchengladbach zur aktuellen Situation der Fohlen geäußert. Analysiert man den Text genauer, werden aus unserer Sicht auch Probleme deutlich, die viele bereits vermutet haben. Bonhof schmerzt die Entlassung von Cheftrainer Eugen Polanski, weil er ein „echter Borusse“ ist.
Was bedeutet eigentlich „echter Borusse“?
Im modernen Fußball darf die Kategorie „echter Borusse“ aus unserer Sicht weder ein Einstellungskriterium noch eine Begründung für eine verspätete Entlassung sein. Für uns zeigt diese Aussage erneut, dass der Verein und vor allem die Verantwortlichen womöglich noch nicht vollständig die Zeichen der Zeit erkannt haben.
Natürlich ist die Tradition für einen Verein wie Borussia Mönchengladbach enorm wichtig und gehört zur DNA. Bei der Besetzung entscheidender Positionen darf sie aus unserer Sicht allerdings nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Eine entscheidende Frage ist daher auch, wie Bonhof einen „echten Borussen“ überhaupt definiert.
Sind es Personen, die alle vorhandenen Strukturen bei Borussia akzeptieren? Oder zählen auch Menschen dazu, die den Status quo wirklich hinterfragen?

Braucht Gladbach Veränderungen im Präsidium?
Beim Präsidium entsteht seit Jahren der Eindruck, dass vor allem „echte Borussen“ entsprechende Positionen erhalten. Gleichzeitig darf aus unserer Sicht die Frage gestellt werden, welche nachweisliche Expertise im sportlichen Bereich und welche Erfahrung in der Führung eines Bundesliga-Clubs vorhanden ist.
Schaut man sich das aktuelle Präsidium mit Bonhof, Kraft, Brandts und Kamps an, kann man die Frage nach der sportlichen Kompetenz stellen. Denn die Entscheidung, Polanski zu entlassen, war wohl nicht allein die Entscheidung von Sportchef Rouven Schröder, sondern wurde offenbar auch vom Präsidium mitentschieden. Genau hier könnte eines der größten Probleme liegen, denn dieses Präsidium hat auch die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre immer wieder mitgetragen.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob etwas jüngeres Blut dem alternden Präsidium nicht guttun würde.
Auch Stegemanns Standpunkt wirft Fragen auf
Ähnliches gilt aus unserer Sicht für den „Standpunkt“ von Dr. Stefan Stegemann vor einigen Tagen. Dort entstand für uns der Eindruck, dass die Hauptverantwortung für die aktuelle Situation indirekt auf die Mannschaft verlagert wurde. Gerade angesichts der aktuellen sportlichen Situation stellt sich allerdings die Frage, wie die Verantwortlichen selbst die Entwicklung der vergangenen Jahre bewerten.
Ist Rainer Bonhof noch der richtige Präsident für Borussia Mönchengladbach?
Gladbach braucht Lösungen statt Durchhalteparolen
Zudem dürften aus unserer Sicht nur die wenigsten Gladbach-Fans derzeit daran interessiert sein, wie Bonhof die Situation der deutschen Nationalmannschaft bewertet. Dennoch wurde im aktuellen „Standpunkt“ auch über die Situation beim DFB gesprochen.
Borussia befindet sich in einer tiefen Krise. Gerade deshalb sollte der Präsident aus unserer Sicht den Fokus zu 100 Prozent auf den Verein legen und Lösungen präsentieren. Stattdessen entsteht bei uns weiterhin der Eindruck, dass vor allem Durchhalteparolen veröffentlicht und das Prinzip Hoffnung betont werden.
Wie beurteilt ihr mit einem Tag Abstand den „Standpunkt“ von Rainer Bonhof? Schreibt es in die Kommentare!
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🖊 Autor: Jan David Busch
📷 Photo by Christof Koepsel/Getty Images

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