Borussia Mönchengladbach mit finanzieller Talfahrt
Die gestrige Mitgliederversammlung hat deutlich gezeigt, dass sich Borussia Mönchengladbach auf einer finanziellen Talfahrt befindet. Zwar konnten die Fohlen ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Millionen Euro auf über 189 Millionen Euro steigern, doch am Ende steht ein Verlust von 3,955 Millionen Euro. Gleichzeitig sinkt das Eigenkapital auf nur noch 44,94 Millionen Euro.
Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag das Eigenkapital noch bei rund 103 Millionen Euro. Damit hat der Verein in den vergangenen sechs Jahren knapp 60 Millionen Euro eingebüßt. Bereits im Vorjahr verzeichnete Gladbach ein Minus von 2,5 Millionen Euro ein klar erkennbarer und gefährlicher Trend.
Strukturen passen nicht zur sportlichen Realität
Die Mitgliederversammlung hat erneut gezeigt, dass die Strukturen bei Borussia Mönchengladbach nicht auf eine Platzierung in der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga ausgelegt sind. Mit der aktuellen Kostenstruktur müssten die Fohlen eigentlich regelmäßig in der oberen Tabellenhälfte landen.
Tatsächlich ist dies jedoch seit fünf Jahren nicht mehr gelungen. Stefan Stegemann formuliert das Ziel, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risikobereitschaft und finanzieller Stabilität zu schaffen. Zudem soll in der kommenden Saison ein stabiler Mittelfeldplatz erreicht werden, um sich Schritt für Schritt wieder nach oben zu entwickeln.
Fehlende Lösungen sorgen für Kritik
Allerdings bleiben diese Aussagen bislang eher Wunschdenken. Konkrete Vorschläge, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, bleiben aus. Auch Rainer Bonhof betont, dass es ein „Scheißjahr“ gewesen sei und er gehofft habe, dass der Verein bereits stabiler aufgestellt sei. Doch auch hier fehlen klare Lösungsansätze, wie sich Borussia Mönchengladbach künftig besser positionieren kann.

IMAGO / fohlenfoto
Aufsichtsrat fordert klaren Schnitt
Der einzige, der auf der Mitgliederversammlung deutliche Worte findet, ist Michael Hollmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats. Hollmann macht klar, dass der Aufsichtsrat „die Schnauze voll“ von der aktuellen Situation hat und fordert einen klaren Schnitt. Zudem kündigt er an, dass der Aufsichtsrat künftig deutlich lauter auftreten werde. Sowohl mit der Tabellenplatzierung als auch mit der Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert, zeigt man sich alles andere als zufrieden. Für viele war dieser Auftritt der einzige wirklich positive Aspekt der Versammlung.
Fazit: Umsatz steigt, Probleme bleiben
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Borussia Mönchengladbach zwar den Umsatz steigern konnte, jedoch zunehmend von den eigenen Kostenstrukturen unter Druck gerät. Bonhof und Stegemann stehen dabei sinnbildlich für einen Kurs des „Weiter so“, ohne konkrete Ideen aufzuzeigen, wie der Verein nachhaltig weiterentwickelt werden kann. Lediglich der Aufsichtsrat bezieht klar Stellung und darin liegt aktuell auch die größte Hoffnung auf echte Veränderungen innerhalb des Vereins.
Wie beurteilt ihr nun die Mitgliederversammlung? Schreibt es in die Kommentare!
🖊 Autor: Jan David Busch
📷 Photo by IMAGO / fohlenfoto
