Gladbachs neuer Sportvorstand vor großen Herausforderungen
Rouven Schröder wird neuer Sportvorstand bei Borussia Mönchengladbach. Der neue Mann an der Spitze des sportlichen Bereichs steht vor zahlreichen Baustellen bei den Fohlen. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die Schröder in den kommenden Wochen und Monaten angehen muss:
Trainerfrage: Polanski oder neuer Coach?
Der 49-Jährige wird sich direkt nach Amtsantritt mit der Trainerfrage beschäftigen müssen. Die aktuellen Verantwortlichen rund um Stefan Stegemann stärken derzeit Interimstrainer Eugen Polanski den Rücken. Grundsätzlich bringt ein neuer Sportvorstand aber auch eigene Ideen mit, was die Besetzung der Trainerposition angeht – schließlich trägt er die sportliche Verantwortung. Sollte Schröder zu der Einschätzung gelangen, dass für die aktuelle Situation ein anderes Trainerprofil nötig ist, könnte es zu einem erneuten Trainerwechsel kommen.
Scouting-Abteilung rund um Steffen Korell
Auch im Scoutingbereich hat Borussia Mönchengladbach in den vergangenen Jahren kein besonders glückliches Händchen bewiesen. Der bisherige Top-Transfer unter Roland Virkus, Tomas Cvancara (10,5 Mio. Euro), entpuppt sich derzeit als einer der größten Transferflops der jüngeren Gladbach-Geschichte. Auch mit den Verpflichtungen von Ngoumou und Omlin nahm Borussia viel Geld in die Hand – ohne bislang spürbaren sportlichen Mehrwert. Selbst Sommer-Neuzugang Shuto Machino, der für rund 8 Millionen Euro verpflichtet wurde, findet seine Rolle im Team noch nicht.
Bereits in der Vergangenheit gab es Berichte, dass die Scouting-Abteilung der Fohlen veraltet sei und moderne Analyse-Tools kaum genutzt würden. Hier wird Schröder schnell wichtige Entscheidungen treffen müssen, um den Bereich wieder auf Vordermann zu bringen.
Neuer Gladbacher Sportdirektor
Unter Roland Virkus war der Posten des Sportdirektors de facto nicht besetzt – er fungierte als „Alleinherrscher“ am Borussia-Park. Viele Fans wünschen sich nun eine Doppelspitze aus Sportvorstand und Sportdirektor. Schröder dürfte an einen möglichen Kandidaten klare Anforderungen stellen. Zuletzt kursierten Namen wie Mirko Sandmöller und Martin Stranzl. Auch David Zibung, derzeit Sportkoordinator bei den Fohlen, könnte eine Beförderung erhalten.
Kaderumbau dringend nötig
Auch der Kader muss im Hinblick auf den Abstiegskampf umgebaut werden, um das Schlimmste zu verhindern. In den vergangenen Jahren wurde insbesondere die Abwehr sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgedünnt. Im Sommer verließ man sich mit Itakura und Lainer auf zwei Defensivkräfte, die nicht ersetzt wurden – einzig Kevin Diks kam neu hinzu, muss sich aber erst an die Bundesliga gewöhnen.
Fabio Chiarodia hat aktuell Schwierigkeiten, sich auf Bundesliga-Niveau zu behaupten, und mit Scally, Netz und Ullrich stehen drei Außenverteidiger im Kader, die mit deutlichen Leistungsschwankungen kämpfen.
Schröder wird in der Wintertransferperiode wohl zwei bis drei gezielte Verpflichtungen tätigen müssen, um die Defensive zu stabilisieren. Auch auf den offensiven Außenbahnen besteht Nachholbedarf. Es bleibt spannend zu beobachten, wie Schröder mit den begrenzten finanziellen Mitteln umgehen wird – kurzfristige Leihgeschäfte im Winter könnten eine Option sein.
Strukturen am Borussia-Park
Darüber hinaus muss Schröder auch die internen Strukturen am Borussia-Park auf den Prüfstand stellen. Sind die aktuellen Gremien noch zeitgemäß besetzt? Und wie kann der Verein insgesamt zukunftsfähiger aufgestellt werden? Diese Fragen werden ebenfalls auf seiner Agenda stehen.
Rouven Schröder wird also alle Hände voll zu tun haben, um Borussia Mönchengladbach wieder in die Spur zu bringen.
Traut ihr Schröder diesen Umbruch zu?
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🖊 Autor: Jan David Busch
📷 Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images
