Polanski in Gladbach gescheitert – Entlassung unausweichlich?
Bei Borussia Mönchengladbach bahnt sich die nächste Trainerentlassung an. Mittlerweile berichten nicht nur die Bild-Zeitung, sondern auch der Kicker und die Rheinische Post über ein mögliches Polanski-Aus. Am Ende der Saison soll wie üblich eine Saisonanalyse bei den Fohlen stattfinden, und ein großer Teil dieser Analyse wird auch der Trainer sein. Intern steht Polanski aufgrund der mangelnden Weiterentwicklung der Mannschaft und der Einzelspieler, des In-Game-Coachings, unverständlicher Personalentscheidungen und seines schwachen Punkteschnitts ebenfalls in der Kritik.
Auch viele Gladbach-Fans sehen keine Zukunft mehr mit dem 40-jährigen Trainer, und dabei hatte alles so gut angefangen. Polanski hat als Interimstrainer am 21.09.2025 sein Debüt gegen Leverkusen gegeben und konnte mit einem 1:1 einen Achtungserfolg einfahren. Nach einigen schwierigen Wochen konnte der noch unerfahrene Trainer mit der Mannschaft eine Serie starten und holte zwischen November und Dezember 13 Punkte aus 5 Bundesligaspielen. In dieser Zeit wurde Polanski auch zum Cheftrainer ernannt und erhielt einen Vertrag bis 2028.
Vertragsverlängerung erster großer Fehler von Schröder in Gladbach
Polanski war zwar schon Trainer, als Rouven Schröder übernommen hat, jedoch war die Beförderung zum Cheftrainer und die lange Vertragslaufzeit bereits eine Entscheidung, die Sportchef Rouven Schröder mit zu verantworten hat. Kurz nach der Ernennung zum Cheftrainer verlor Borussia Mönchengladbach im Pokal gegen den FC St. Pauli und verlor auch in der Liga gegen den VfL Wolfsburg zu Hause deutlich mit 1:3. Ein Negativtrend, der sich bis heute fortsetzt. Dies bestätigt auch der Punkteschnitt von 1,11 Punkten pro Spiel als Cheftrainer. Sogar Vorgänger Gerardo Seoane hat mit einem Punkteschnitt von 1,22 über mehr als zwei Jahre eine bessere Bilanz.
Sowohl die Entwicklung als auch die Punkteausbeute sprechen klar gegen Polanski. Sollte die Mannschaft auch die kommenden zwei Spiele gegen Leipzig und Mainz 05 verlieren, wäre Schröder wohl gezwungen, kurzfristig eine neue Lösung auf der Trainerposition zu präsentieren.

Auch in Interviews und auf Pressekonferenzen wirkt Polanski nur noch wenig euphorisch und gibt teilweise trotzige Antworten. Nach dem Spiel gegen Heidenheim äußerte er bei Sky, dass er den Unmut der Fans und die Pfiffe während und nach dem Spiel nicht verstehen könne. Nur wenige Tage später, bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Leipzig, ruderte der 40-Jährige bereits zurück und behauptete das Gegenteil. Die Situation auf der Trainerbank scheint inzwischen aussichtslos zu sein und dabei hat alles so gut begonnen.
Eine frühzeitige Trainerentlassung wäre somit auch der erste größere Fehler von Rouven Schröder, da eine Vertragslaufzeit bis 2028 im Nachgang für einen unerfahrenen Trainer wie Polanski völlig überzogen war. Durch den Trainerwechsel wird Borussia Mönchengladbach erneut einen finanziellen Schaden erleiden und weniger Geld für den benötigten Kaderumbau zur Verfügung haben.
Welche Trainer könnten Gladbach in eine bessere Zukunft führen?
Die große Frage ist, welches Trainerprofil Borussia Mönchengladbach in eine bessere Zukunft führen könnte. Polanski wäre bereits die fünfte Trainerentlassung beziehungsweise der fünfte Trainerwechsel in den letzten fünf Jahren. Der Job als Trainer bei den Fohlen wird daher bei vielen Trainern wohl nicht für große Euphorie sorgen, da er eher zum Schleudersitz mutiert ist.
Braucht es vielleicht einen internationalen Namen wie Ruud van Nistelrooy, der derzeit noch Co-Trainer der niederländischen Nationalmannschaft ist? Dort endet sein Vertrag im Juli 2026 nach der WM. Als Trainer hat er bereits bei PSV, Manchester United und Leicester gearbeitet. Schröder soll bereits in seiner Zeit auf Schalke mit dem Niederländer als mögliche Traineroption verhandelt haben. Auch mit Raul soll er damals Gespräche geführt haben, der jedoch bis jetzt noch kein Profiteam trainiert hat.

Auch denkbar ist, dass Rouven Schröder mit Thomas Reis auf einen alten Weggefährten setzt. Reis war zuletzt als Trainer bei Samsunspor tätig und hat dort über zwei Jahre gute Arbeit geleistet. Ein Comeback von Marco Rose wird ebenfalls diskutiert, erscheint jedoch als unrealistisch.
Zudem wäre mit Bo Henriksen ein absoluter Motivator auf dem Markt, der bereits Mainz 05 aus einer schwierigen und nahezu aussichtslosen Situation geführt und sogar ins internationale Geschäft gebracht hat. Sollte Borussia Mönchengladbach Polanski noch in dieser Saison entlassen, wäre Henriksen zumindest kurzfristig eine starke Option.
Wie beurteilt ihr die Trainersituation in Gladbach? Schreibt es in die Kommentare!
🖊 Autor: Jan David Busch
📷Photo by Carl Recine/Getty Images
