VfB Stuttgart-Borussia Mönchengladbach: Was sind die Voraussetzungen an Spieltag 2. ?
Am Samstagnachmittag (15:30 Uhr) gastiert Borussia Mönchengladbach beim amtierenden Pokalsieger VfB Stuttgart. Beide Teams sind mit durchwachsenen Ergebnissen in die Saison gestartet und stehen deshalb bereits früh unter Druck.
Gladbach reist mit einem Unentschieden aus dem letzten Ligaspiel an. Gegen den HSV hatte man Probleme, Lösungen gegen einen tiefstehenden Gegner zu finden. Auch Stuttgart präsentierte sich zum Auftakt nicht souverän: In der Bundesliga gab es eine 1:2-Niederlage bei Union Berlin, im Pokal gegen Eintracht Braunschweig ging es für die Mannschaft von Sebastian Hoeneß bis ins Elfmeterschießen, wo man sich schließlich hart umkämpft durchsetzte. Dieses Spiel dürfte den Schwaben einige Körner gekostet haben. Ein eventuell physischer Vorteil für die Mönchengladbacher.
Im Vergleich zur Partie gegen Hamburg wird Borussia in Stuttgart voraussichtlich mehr Räume, mehr Freiheit und mehr Offensivmöglichkeiten erhalten. Gleichzeitig birgt das Duell aber auch mehr Gefahren in der Defensive. Mit Offensivleuten wie Undav, Führich und Co. verfügt der VfB über große Offensivqualität, sodass die Defensive der Fohlenelf stärker gefordert sein könnte als noch zuletzt gegen den HSV, welcher nicht dieselbe Qualität aufweisen kann wie der morgige Gegner aus Stuttgart. Entscheidend dürfte sein, ob Gladbach eine gute Balance zwischen Angriffsdruck und defensiver Stabilität findet und zugleich genug eigene Ballbesitzphasen im Spiel.
Verzichten muss der VfB aber auf seinen Star Nick Woltemade. Der Stuttgarter wechselt noch vor dem Spiel gegen Gladbach nach England zu Newcastle United für sage und schreibe 90 Millionen Euro! Woltemade dürfte durch Ermedin Demirović ersetzt werden, welcher ebenso hohe Qualitäten bereits oft unter Beweis stellen konnte und unter der Woche in Braunschweig bereits traf.
Trainer Gerardo Seoane wird personell keine großen Veränderungen vornehmen. Da Neuzugang Shuto Machino vermutlich für die Startelf physisch noch nicht bereit ist, dürfte Tabakovic erneut die Chance von Beginn an erhalten. Der Angreifer konnte bisher noch nicht überzeugen, steht aber klar in der Pflicht. Der Druck auf den Bosnier ist hoch nach bislang enttäuschenden Auftritten in Liga und Pokal. Gio Reyna ist nach seiner Ankunft zwar bereits ins Mannschaftstraining eingestiegen, für einen Platz in der Startelf reicht es jedoch wahrscheinlich noch nicht. Ein Joker-Einsatz bleibt wiederum sehr realistisch. Weiterhin nicht zur Verfügung stehen die Langzeitverletzten Wael Mohya, Tim Kleindienst und Nathan Ngoumou. Ex-Vizekapitän Julian Weigl fehlt ebenfalls, da er nach wie vor für Gespräche freigestellt ist. Positive Nachrichten gibt es in der Abwehr, denn Neuzugang Kevin Diks, der zuletzt angeschlagen war, wird voraussichtlich in die Startelf zurückkehren. Er feierte vergangene Woche als Einwechselspieler sein Bundesliga-Debüt und war zudem der erste indonesische Nationalspieler der Bundesliga und schrieb somit Geschichte. Ansonsten sind in der Anfangsformation keine größeren Änderungen zu erwarten. Auf den Außenverteidigerpositionen sind Joe Scally und Lukas Ullrich gesetzt, im defensiven Mittelfeld starten Rocco Reitz und Philipp Sander. Kevin Stöger agiert davor zentral, während Robin Hack und Franck Honorat die Flügel besetzen.
Auch der Gastgeber Stuttgart hat mit Ausfällen zu kämpfen. Hoeneß muss beim Heimauftakt auf mehrere Spieler verzichten: Justin Diehl, Katompa Mvumpa, Jeff Chabot, Luca Jaquez und Leonidas Stergiou fehlen. Ebenso wie schon erwähnt wird Woltemade den VfB für 90 Millionen Richtung Newcastle verlassen. Davon abgesehen sind Umstellungen in der Startformation durch den kräftezehrenden Pokalauftritt möglich. Die Innenverteidigung des VfB muss durch Ausfälle komplett umstrukturiert werden. Dort wird spannend zu sehen sein, ob erneut Finn Jeltsch und Ramon Hendriks das Duo bilden werden.
Für die vielen Fans des VfB ist der erste Heimauftritt der Saison traditionell ein Highlight. Vor der Partie findet erneut der Fanmarsch „Karawane Cannstatt“ statt, der sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreut. Auch Borussia kann auf reichlich Unterstützung hoffen, denn mehr als 6.000 Anhänger reisen nach Stuttgart und sorgen für einen ausverkauften Gästeblock. Beim letzten Auswärtsspiel zahlte sich der Support bekanntermaßen aus – die Fohlen siegten mit 2:1 durch Tore von Nathan Ngoumou und Tim Kleindienst. Beide Torschützen stehen diesmal allerdings aufgrund ihrer langen Verletzungen nicht zur Verfügung, sodass andere Spieler in die Verantwortung rücken müssen.
Das Aufeinandertreffen am Samstag ist das 114. Pflichtspiel zwischen beiden Traditionsvereinen. Die Bilanz spricht knapp für die Schwaben: Stuttgart gewann 45 Partien, Borussia 38. 30 Begegnungen endeten mit einem Unentschieden. Den höchsten Auswärtssieg für Borussia gab es im Januar 2012: Damals gewann die Fohlenelf durch die Treffer von Reus, De Camargo und Hanke mit 3:0. Wenn die beiden Klubs aufeinandertreffen, fallen im Schnitt 2,99 Tore – ein 0:0 wie gegen Hamburg ist daher nicht zu erwarten.
Beide Mannschaften wollen nach verhaltenem Saisonstart in die Spur finden. Gladbach braucht mehr Durchschlagskraft im Angriff, während Stuttgart den Heimvorteil nutzen möchte und defensiv kompakter stehen muss. Die Partie am Samstag wird als Einzelspiel auf Sky übertragen, ebenso ist sie Teil der brandneuen DAZN-Konferenz. Der Schiedsrichter des Duells ist Sven Jablonski. Er leitet zum 15. Mal ein Gladbach-Spiel. Die Partie verspricht Spannung und könnte für beide Klubs bereits richtungsweisend werden.
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🖊 Autor: Fohlenbotschaft
📷 Photo by Alex Grimm/Getty Images