Gladbach-Bilanz: Hat Schröder wirklich geliefert?

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Gladbach wohl ohne weitere Zugänge - IMAGO / Revierfoto

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Schröders Start bei Gladbach: Klare Ziele und neue Kommunikation

Rouven Schröder hat am 14.10.2025 sein Amt als Head of Sports bei Borussia Mönchengladbach angetreten und damit die Nachfolge von Roland Virkus übernommen. Bereits auf seiner Antrittspressekonferenz wurde deutlich, dass Schröder insbesondere kommunikativ ein klares Upgrade gegenüber seinem Vorgänger darstellt.

Ein zentrales Ziel des 50-Jährigen war es, den Kader zu verkleinern und gleichzeitig den Klassenerhalt mit den Fohlen zu sichern. Zudem sollen künftig wieder verstärkt Werte geschaffen werden, um höhere Transfererlöse als in den vergangenen Jahren zu erzielen.

Erfolgsphase unter Polanski: Wendepunkt der Saison

Kurz nach seinem Amtsantritt begann für Borussia Mönchengladbach die erfolgreichste Phase der Saison: Vom 01.11.2025 bis zum 05.12.2025 blieb die Mannschaft von Eugen Polanski in fünf Spielen ungeschlagen und sammelte starke 13 Punkte. In genau diesem Zeitraum wurde Polanski zum Cheftrainer befördert und erhielt einen Vertrag bis 2028.

Bereits kurz nach dieser Vertragsverlängerung wurden erste kritische Stimmen laut, die hinterfragten, warum ein vergleichsweise unerfahrener Trainer mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet wurde. Nur ein halbes Jahr später steht Polanski enorm unter Druck, und eine Entlassung nach der Saison gilt für viele Fans als unausweichlich.

Eine mögliche Entlassung würde die finanziellen Mittel von Borussia Mönchengladbach weiter belasten, da ein neuer Trainer verpflichtet werden müsste womöglich mit höherem Gehalt und zusätzlichem Handgeld. Einen Trainer aus einem laufenden Vertrag herauszukaufen, scheint für die Fohlen aktuell keine realistische Option zu sein. Daher dürfte sich der Verein eher auf den Markt vertragsloser Trainer wie Christian Eichner oder Ralph Hasenhüttl konzentrieren.

Sollte es tatsächlich zur Trennung von Eugen Polanski kommen, wäre dies der erste größere „Fehler“, den man auch Rouven Schröder anlasten müsste, da die lange Vertragslaufzeit von Anfang an für viele Beobachter schwer nachvollziehbar war.

Vertragsverlängerungen: Hoffnungsträger oder Fehlentscheidung?

Auch auf Spielerseite hat Rouven Schröder Vertragsverlängerungen vorangetrieben. Als erste „Statement-Verlängerung“ gilt die Ausdehnung des Vertrags mit dem deutschen Nationalspieler und Gladbach-Kapitän Tim Kleindienst bis 2029. Der 30-Jährige fällt jedoch aufgrund einer Meniskusverletzung bereits die gesamte Saison aus. Sollte Kleindienst im Saisonendspurt zurückkehren und in der kommenden Spielzeit wieder vollständig fit sein, könnte sich diese Verlängerung langfristig auszahlen. Entscheidend bleibt jedoch eine nachhaltige Rückkehr auf Topniveau.

Bereits unter Roland Virkus wurde eine Vertragsverlängerung mit Lukas Ullrich angestoßen. Schröder konnte sich mit dem gebürtigen Berliner im Januar 2026 auf eine Verlängerung bis 2029 einigen. Aktuell steckt der 22-Jährige jedoch in einem deutlichen Formtief, weshalb Jens Castrop auf der linken Seite aushelfen muss. Somit haben sich beide Vertragsverlängerungen aus sportlicher Sicht bislang noch nicht ausgezahlt.

Transferpolitik: Kaderverkleinerung mit gemischtem Erfolg

Mit großer Spannung wurde auch die erste Transferphase unter Rouven Schröder erwartet. Sein Ziel, den Kader zu verkleinern, hat er konsequent umgesetzt: Durch die Abgänge von Grant-Leon Ranos, Tomas Cvancara, Jonas Omlin, Oscar Fraulo, Charles Herrmann und Luca Netz wurde der Kader deutlich ausgedünnt und gleichzeitig Gehalt eingespart.

Auf der Zugangsseite versuchte Gladbachs Sportchef, mit den Leihen von Takai, Sarco und Hugo Bolin gezielt nachzusteuern. Die Leihe des Leverkuseners Sarco erwies sich jedoch als kompletter Flop, da der Argentinier lediglich in der U23 zum Einsatz kommt. Auch bei Kota Takai wurden die Verletzungsanfälligkeit und die fehlende Spielpraxis offenbar unterschätzt, weshalb auch er in der Rückrunde keine Rolle spielt.

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Bolin kündigt Gladbach Durchbruch an – Photo by Alex Bierens de Haan/Getty Images

Einzig die Leihe mit Kaufpflicht von Hugo Bolin kann bislang als Erfolg gewertet werden. Der Schwede zeigt vielversprechende Ansätze und war bereits an zwei entscheidenden Spielsituationen beteiligt, die Gladbach den Sieg gegen Union Berlin sicherten. Zudem konnte er mit seiner ersten Torvorlage gegen Mainz zumindest einen Punkt retten. Mit Hugo Bolin könnte Borussia Mönchengladbach in Zukunft noch viel Freude haben. Unter Polanski ist der Schwede aktuell allerdings nur Rotationsspieler eine Entscheidung, die für viele Außenstehende schwer nachvollziehbar ist.

Neue Struktur im Management: Hechelmann kommt

Darüber hinaus hat Rouven Schröder mit Andre Hechelmann einen neuen Chefscout und Kaderplaner vom FC Bayern München verpflichtet und die sportliche Führungsebene neu strukturiert. Die Kaderplanung gestaltet sich derzeit jedoch schwierig, da die Ligazugehörigkeit noch nicht feststeht. Mit Rani Khedira, David Herold, William Cem und Ryotaro Ito stehen potenzielle Transfers allerdings bereits in den Startlöchern.

Zukunft von Gladbach: Schröder unter Druck

Sollte Borussia Mönchengladbach den Klassenerhalt schaffen, steht Rouven Schröder spätestens im Sommer massiv unter Druck. Eine Trainerentscheidung muss getroffen werden, ein Kaderumbau mit begrenzten finanziellen Mitteln steht bevor, und der Verein muss sportlich kurzfristig stabilisiert werden.

Aktuell zeigt sich nach sieben Monaten Rouven Schröder bei Borussia Mönchengladbach ein gemischtes Bild geprägt von Licht und Schatten.

Welche Schulnote würdet ihr dem Gladbacher Sportchef geben? Schreibt es in die Kommentare!

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🖊 Autor: Jan David Busch

📷 IMAGO / Revierfoto

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