Borussia Mönchengladbach zwischen Abstiegskampf, Finanzdruck und Kaderplanung
Borussia Mönchengladbach befindet sich derzeit zwischen Abstiegsangst, finanziellen Sorgen und der Kaderplanung für die neue Saison. Aktuell ist eine strategische Kaderplanung für Rouven Schröder enorm schwierig, da noch unklar ist, in welcher Liga Borussia Mönchengladbach in der kommenden Saison spielen wird.
Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt zwar weiterhin fünf Punkte, doch in den nächsten Wochen stehen viele direkte Duelle an. Bei weiteren Niederlagen könnte dieser Vorsprung schnell schmelzen. Gleichzeitig hat die Mannschaft von Eugen Polanski gegen 1. FSV Mainz 05 und den VfL Wolfsburg die große Chance, den Klassenerhalt aus eigener Kraft nahezu perfekt zu machen und damit Planungssicherheit zu schaffen.
Finanzielle Sorgen bleiben ein großes Thema
Auch abseits des Platzes bleibt die Lage angespannt. Große Teile der rund 20 Millionen Euro aus dem Transfer von Rocco Reitz werden nicht in den Kader fließen, sondern zur Konsolidierung des Vereins benötigt. Hohe Investitionen in Transfers, ausbleibende sportliche Entwicklung, mehrere Trainerwechsel und entsprechende Abfindungen sowie fehlende Transfererlöse haben Borussia Mönchengladbach finanziell über Jahre belastet. Auch der neue Stadiondeal wird vor allem benötigt, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern. Große Investitionen in den Kader sind daher kaum möglich.
Diese Spieler sind fest eingeplant
Trotz aller Unsicherheiten gibt es im aktuellen Kader einige Spieler, die klar als Grundlage für die kommende Saison eingeplant sind:
- Jens Castrop gilt intern als unverkäuflich und soll eine zentrale Rolle im Mittelfeld übernehmen
- Tim Kleindienst ist die klare Nummer eins im Sturm (Fitness als Voraussetzung)
- Kevin Diks ist als Leistungsträger gesetzt und soll eine Schlüsselrolle übernehmen
- Robin Hack wird nach seiner Rückkehr eine wichtige Verstärkung sein
- Wael Mohya ist eines der größten Talente im Kader und soll gefördert werden
- Nico Elvedi wäre bei einer Vertragsverlängerung ein zentraler Baustein in der Defensive
- Kota Takai könnte bei einer erneuten Leihe fest eingeplant werden und eine wichtige Rolle in der Innenverteidigung einnehmen
- Hugo Bolin ist als möglicher Nachfolger von Franck Honorat eingeplant und könnte auf den Flügeln eine zentrale Rolle übernehmen
Diese Spieler bilden aktuell das Grundgerüst für die neue Saison.

Abgänge und Verkaufskandidaten
Der Verein ist weiterhin auf Einnahmen angewiesen und muss Spieler verkaufen. Bereits jetzt ist klar, dass mehrere Spieler den Verein verlassen werden. Leihspieler wie Kota Takai, Haris Tabaković, Alejo Sarco und Yannik Engelhardt werden den Klub verlassen. Auch Marvin Friedrich wird fest gehen.
Zusätzlich wird Tomáš Čvančara nach seiner Leihe zurückkehren und gilt als klarer Verkaufskandidat, da sportlich keine Perspektive mehr vorhanden ist und der Verein auf Transfererlöse angewiesen ist. Im Fokus stehen zudem Spieler mit Verträgen bis 2027 wie Nico Elvedi, Joe Scally, Florian Neuhaus, Nathan Ngoumou, Fabio Chiarodia, Kevin Stöger und Jan Olschowsky. Während Elvedi ein Kandidat für eine Verlängerung ist, wäre man bei vielen anderen Spielern offen für Verkäufe.
Auch Jonas Omlin gehört aufgrund seines Gehalts zu den Spielern, bei denen eine Lösung gefunden werden muss.
Kaderstruktur und Planung
Im aktuellen Kader gibt es einige klare Rollenverteilungen. Spieler wie Tim Kleindienst sollen eine tragende Rolle spielen, sofern sie fit sind. Robin Hack könnte ebenfalls eine wichtige Verstärkung sein. Franck Honorat gilt als möglicher Abgangskandidat. Bei Moritz Nicolas deutet sich ebenfalls ein Wechsel an, da er sich sportlich weiterentwickeln möchte.
Shuto Machino könnte trotz bisher enttäuschender Leistungen eine weitere Chance erhalten. Winsley Boteli könnte nach seiner Rückkehr vom FC Sion als Sturmjuwel hinter Kleindienst aufgebaut werden.
Ein zentrales Problem bleibt jedoch die offensive Mittelfeldposition:
Mit Giovanni Reyna, Florian Neuhaus und Kevin Stöger stehen aktuell drei Topverdiener für eine Position im Kader. Keiner dieser Spieler ist klar gesetzt, gleichzeitig blockieren sie durch ihre Gehälter wichtige Ressourcen im Kader.
Aus wirtschaftlicher und sportlicher Sicht müsste Borussia Mönchengladbach hier im Sommer reagieren und mindestens zwei dieser Spieler abgeben, um Gehaltskosten zu reduzieren, Platz im Kader zu schaffen und die Entwicklung jüngerer Spieler wie Wael Mohya nicht zu blockieren.
Baustellen im Kader
Mehrere Positionen müssen im Sommer verstärkt werden:
- Torwartposition bei einem möglichen Abgang von Moritz Nicolas
- Innenverteidigung durch den Abgang von Friedrich
- Linksverteidigerposition, wo David Herold ein Thema ist
- Zentrales Mittelfeld abhängig von Yannik Engelhardt
Fazit
Borussia Mönchengladbach steht vor einem richtungsweisenden Sommer. Während ein Teil des Kaders als gesetzt gilt, müssen gleichzeitig viele offene Fragen geklärt werden. Die Kombination aus sportlichem Druck, finanziellen Zwängen und personellen Entscheidungen macht die Planung extrem kompliziert.
🖊 Autor: Jan David Busch
📷 IMAGO / DeFodi Images
